Rezept: Bärlauch-Walnuss-Pesto

Wer zuerst laucht

So, heute mal was ganz Praktisches zum Thema Lebensmittel: ein Rezept.

 

Mitte März kommen ja die ersten Kräuter aus dem Boden. Wilde und zahme. Mit den wilden kenne ich mich höchstens halbgut aus. (Wer sich besser auskennen möchte als ich, der macht mal einen Wildkräuterpaziergang mit Jens.) Aber dass die Nachbarin vor ein paar Jahren mal 'n Bärlauchsaat unter die Büsche zwüschen den Grundstücken geworfen hat, das erkenne ich. Inzwischen ist das Unterholz so durchlaucht, dass man damit locker zwei Familien versorgt bekommt. Zumal der Nachwuchs auf unserer Seite aus Nichtlaucherinnen besteht.

 

Wenn dann vom Herbst noch Walnüsse aus eigener Ernte über sind, fehlt eigentlich nur noch ein wenig Käse von gegenüber. Und etwas Öl und Salz und Pfeffer, die einzigen nichtlokalen Zutaten. Und ein Rezept wie das hier aus Engelchens Küche zum Beispiel: Bärlauch-Walnuss-Pesto.

 

Meine Variation:

  • 40 g Bärlauch
  • 50 g Walnüsse
  • 25 g alten Käse (wer keine Bezugsquelle für einen regionalen Hofkäse in der Nähe hat, kann auch Parmesan oder Pecorino nehmen)
  • gutes Salz (bei mir vom Verein Soltauer Salzsieder)
  • vielleicht etwas Pfeffer (hab ich weggelassen, der Bärlauch war würzig genug)
  • ca. 60 g Öl (hier so: Rapsöl und ein Schuss Leinöl)

Alles beisammen? Gut. Dann Bärlauch waschen, trockenschütteln und grob hacken. Käse und Walnüsse grob zerkleinern. Dann alles mit etwas Salz (und eventuell Pfeffer) und ungefähr der Hälfte Öl pürieren. Öl nachgießen und weiterpürieren, bis das Ganze schön pestiert.

 

Sofort verwenden (mit Nudeln, klar, oder auch auf Brot) und/oder in Gläser abfüllen. Wenn immer eine Schicht Öl drüber ist, hält sich der kleine Lauchangriff im Kühlschrank mehrere Wochen.

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Gastbeitrag für den GLS-Wirtschaftsteil

Am Ende der finanziellen Nahrungskette

Irgendwie ist es ja komisch mit der Landwirtschaft. Jahrzehntelang haben Verbände und Politik gepredigt: Produziert für den Weltmarkt! Wachst oder weicht!

 

Die Ergebnisse: Billige Lebensmittel auf der einen Seite. Und Höfesterben und Artenschwund auf der anderen. Das erkennt inzwischen sogar eine Organisation, die bislang vermutlich nur wenigen als Akteurin der Agrarwende begegnet ist: die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft.

 

Das Grundproblem: Die Landwirtschaft steht in der finanziellen Nahrungskette ganz am Ende. Kunden kaufen günstige Lebensmittel. Der Handel wirbt mit billigen Preisen. Lebensmittel-Verarbeiter wie etwa Molkereien stehen im globalen Wettbewerb.

 

Nur der Landwirt hat keinen anderen Marktteilnehmer, an den er den Preisdruck weitergeben kann. Kein Wunder, dass viele Betriebe aufgeben. Oder versuchen, die Kosten doch irgendwie weiterzureichen, an Böden oder Tiere – oder gleich an alle.

 

Der letzte Link enthält auch ein paar Ideen für Politik und Verbraucher. Aber auch die Bauern selbst können was tun. Sich mit den Verbrauchern verbünden, zum Beispiel über solidarische Landwirtschaft, Einkaufsgemeinschaften oder in einer frisch umbenannten Marktschwärmerei. Oder sie können sich eine Nische basteln, in der niemand mehr wachsen, weichen oder sich am Weltmarkt orientieren muss. Weil mit einem vernünftigen Preis alle gut leben können: Kälber, Kühe, Kunden. Und die Landwirte selbst natürlich.

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