Gastbeitrag für den GLS-Wirtschaftsteil

Am Ende der finanziellen Nahrungskette

Irgendwie ist es ja komisch mit der Landwirtschaft. Jahrzehntelang haben Verbände und Politik gepredigt: Produziert für den Weltmarkt! Wachst oder weicht!

 

Die Ergebnisse: Billige Lebensmittel auf der einen Seite. Und Höfesterben und Artenschwund auf der anderen. Das erkennt inzwischen sogar eine Organisation, die bislang vermutlich nur wenigen als Akteurin der Agrarwende begegnet ist: die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft.

 

Das Grundproblem: Die Landwirtschaft steht in der finanziellen Nahrungskette ganz am Ende. Kunden kaufen günstige Lebensmittel. Der Handel wirbt mit billigen Preisen. Lebensmittel-Verarbeiter wie etwa Molkereien stehen im globalen Wettbewerb.

 

Nur der Landwirt hat keinen anderen Marktteilnehmer, an den er den Preisdruck weitergeben kann. Kein Wunder, dass viele Betriebe aufgeben. Oder versuchen, die Kosten doch irgendwie weiterzureichen, an Böden oder Tiere – oder gleich an alle.

 

Der letzte Link enthält auch ein paar Ideen für Politik und Verbraucher. Aber auch die Bauern selbst können was tun. Sich mit den Verbrauchern verbünden, zum Beispiel über solidarische Landwirtschaft, Einkaufsgemeinschaften oder in einer frisch umbenannten Marktschwärmerei. Oder sie können sich eine Nische basteln, in der niemand mehr wachsen, weichen oder sich am Weltmarkt orientieren muss. Weil mit einem vernünftigen Preis alle gut leben können: Kälber, Kühe, Kunden. Und die Landwirte selbst natürlich.

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